Einigen Lesern ist der Name Death Note sicherlich geläufig. Was 2003 als Manga-Serie in der Shonen Jump begann, hat sich inzwischen zu einer lukrativen Franchise gemausert. Die drei großen Pfeiler des Epos rund um das todbringende Notizbuch stellen dabei das Manga-Original, der vor kurzem in Japan gestartete Anime und die beiden Verfilmungen mit echten Schauspielern dar.

Zuerst einmal möchte ich euch einen Abriss der komplexen Geschichte vermitteln: Den Todesgott Ryuk plagt die Langweile. In der öden und verkommenen Welt der Shinigami gibt es nichts interessanteres zu tun, als Schläfchen zu halten und Würfelspiele mit Gebeinen zu tätigen. Ryuk entschließt sich also kurzerhand, endlich wieder frischen Wind in sein praktisch unendliches Leben als Todesgott zu bringen und lässt daher sein Death Note, ein Notizbuch, welches die Kraft besitzt, jeden Menschen zu töten, dessen Name in eben jenes geschrieben wird, in der Menschenwelt fallen. Ein hochintelligenter japanischer Schüler, Light Yagami, findet das Buch im Rasen und hält es zuerst für einen dummen Jungenscherz. “Der Mensch, dessen Name in das Notzibuch geschrieben wird, stirbt.” Natürlich glaubt Light zuerst an einen Scherz. Doch irgendetwas an dem Death Note reizt ihn… Und bringt ihn schließlich dazu, den ersten Namen hineinzuschreiben. Kurz darauf sterben seine Opfer! Das Death Note ist echt! Und Light will es dazu benutzen, die laut ihm verdorbene Welt von allem Bösen zu reinigen. Als plötzlich Unmengen an Verbrechern an Herzattacken sterben, wird der Bevölkerung klar, dass dies kein Zufall sein kann: Sie haben es hier mit einer übermenschlichen Kraft zu tun! Doch da stellt sich Light ein sagenumwobener Meisterdetektiv in den Weg, welcher unter dem Codenamen L ermittelt. Erst wenn diese Person aus dem Weg geschafft ist, kann Light seine Pläne verwirklichen. Ein intellektuelles Gefecht der Spitzenklasse entbrennt, während sich der größte Kriminalfall der Weltgeschichte abspielt! Im folgenden möchte ich die drei wichtigsten Charaktere vorstellen.

Light Yagami

Der beste Schüler ganz Japans findet das Death Note und will es dazu benutzen, die Welt von allen verdorbenen Menschen zu befreien und ein Utopia zu erschaffen; mit ihm als Gott. Doch ihm stellt sich ein gefährlicher Wiedersacher entgegen, der Lights Taten verurteilt…

L

Dieser junge Mann hat keine Identität. Sein Name und sein Aussehen sind nur seinem treuesten Verbündeten, Watari, bekannt. Sein überragender Intellekt half schon dabei, die größten Kriminalfälle der Geschichte zu lösen. Nun steht er jemandem Gegenüber, der, ohne überhaupt in die Nähe seiner Opfer zu kommen, Menschen töten kann. Dies zwingt ihn schon bald dazu, mehr von seinem wahren Ich preiszugeben.

Ryuk

Ein Shinigami (Todesgott), dem es in seiner Heimatwelt zu langweilig wurde. Er ließ das Death Note in Japan fallen und erlebt die weiteren Entwicklungen als neutraler Beobachter. Er ist nur für Light, den neuen Besitzer des Notizbuchs und jeden, der das Death Note berührt, sicht- und hörbar.

Der Manga

Die 12 Bände umfassende Manga-Reihe Death Note ist eine Zusammenarbeit von Tsugumi Ohba (verantwortlich für die Story) und Takeshi Obata (verantwortlich für die Zeichnungen). Im Dezember 2003 lief die Serie in dem japanischen Manga-Magazin Shonen Jump an und erfreute sich schon bald größter Beliebtheit. Im Mai 2006 wurde die Geschichte mit Kapitel 108 abgeschlossen. Die Story kann man grob in drei Abschnitte unterteilen, deren Fäden allesamt im großen Finale zusammenlaufen. Am 13. Oktober 2006 (also genau heute) erschien in Japan ein 13. Band mit dem Namen Death Note: How To Read. Zwar wird die Geschichte rund um Light und L hier nicht weitergesponnen, jedoch gibt es viele Hintergrundinformationen, die einige Fragen beantworten sollen. In Deutschland ist zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels erst Band 1 der Reihe beim Verlag Tokyopop erschienen, während der zweite im November folgen wird. Der 13. Band wird nach Beendigung der Serie auch hierzulande erscheinen. Sofern ich das nach dem Lesen der ersten Volume beurteilen kann, ist die Lokalisation sehr gut gelungen.

Der Anime

Seit dem 3. Oktober 2006 läuft in Japan auch die Anime-Serie Death Note. Diese hält sich bisher strikt an die Mangavorlage, auch wenn die Ereignisse in eine verständlichere Ordnung gebracht wurden. Der Anime wird von dem Studio MADHOUSE produziert, deren Werke unter anderem Ninja Scroll, Trigun und Di Gi Charat umfassen. Die Animationsqualität befindet sich auf einem hohen Niveau, während die Inszenierung den Zuschauer vor Spannung an den Sitz fesselt.

Laut AniDB soll die Serie 37 Episoden umfassen und bis zum 13.06.2007 wöchentlich im japanischen TV zu sehen sein. Über eine Veröffentlichung ausserhalb Japans ist noch nichts bekannt.

Die Realfilme

Vor einiger Zeit lief auch der Film Death Note in japanischen Kinos an und konnte mehrere Wochen Platz 1 der Charts innehalten. Der über 2-stündige Movie behandelt ebenfalls die Geschichte des Mangas (allerdings nur den ersten Part), fügt aber hier und da kleine Änderungen hinzu, wie beispielsweise Lights Freundin. Fans sind in Bezug auf die Qualität des Films gemischter Meinung. Anscheinend munden die Veränderungen, die es Neulingen leichter machen sollen, die Story zu genießen, nicht jedem Leser der Vorlage. Hinzu kommt natürlich, dass der Plot in ein Korsett von 2 Stunden Laufzeit gezwängt wurde und die ganzen Film über fast ausschließlich gesprochen wird. Schnelle Action sucht man hier vergebens.

Trotz allem entwickelte sich der Film zum Hit und zog den von Beginn an geplanten Nachfolger Death Note: The Last Name nach sich, welcher ab dem 3. November 2006 in den Kinos Nippons bewundert werden darf. Diesmal werden Part 2 und 3 des Mangas behandelt und die Geschichte zu einem Ende gebracht.

Hoffentlich konnte ich Nichtkennern die Serie näher bringen und Fans ein paar neue Informationen vermitteln. Wer sich von dem ausgefallenen Plot angesprochen fühlt, sollte am besten umgehend den nächsten Buchhändler aufsuchen und den ersten Band des Mangas einmal ausprobieren. Eine derart spannende Serie habe ich lange nicht mehr gelesen.