Handhelds müssen klein sein, denn wir sollen sie überall mitnehmen können und spielen. Eine Kolumne über den Kampf um Platz und Grösse.

Ob Gunpei Yokoi je geahnt hatte, welch bedeutende Erfindung er mit dem Game Boy kreierte? Zwar gelang ihm mit der erfolgreichen Game&Watch-Serie bereits, für Furore zu sorgen. Doch der Game Boy, grob im Aussehen und unscheinbar im Auftreten, hievte Nintendo endgültig in die Höhe: Er und das NES schufen ein Quasimonopol im Videospielgeschäft, das Nintendo jahrelang behalten konnte und es erst dank Sonys Playstation verlor. Sony greift seit dem Release der PSP selber aktiv ins Handheldgeschäft ein. Das wiederum erinnert an Akio Morita, der damals als Sonys Firmenchef seinen Ingenieuren die Hölle heiss machte, weil sie nicht auf die Idee eines Handhelds kamen. Denn Game Boy, so nach Morita, hätte eine Sony-Erfindung sein sollen.

Trotz aller Schwächen, die der Game Boy hat, gehört er zu den ausgereiftesten Erfindungen seiner Zeit. Etliche Konkurrenten haben versucht, mit einem eigenen Handheld in den Markt einzugreifen, doch scheiterten die meisten entweder an den Preis, an die Batteriedauer, oder an der Grösse. Letztere ist Gegenstand dieser Kolumne, denn erst die richtige Grösse macht einen Handheld aus!

Für damalige Verhältnisse war der Game Boy recht klein, Segas „Game Gear“ zum Beispiel wiegt wesentlich mehr und hat eine weit grössere Volume. Einen Handheld soll man überall mitnehmen können, erst dadurch wird er als Alternative zu den Heimkonsolen interessant. Es verwundert deshalb nicht, dass Nintendo stets darauf achtet, ein Redesign in diesem Aspekt zu kreieren: Der „Game Boy Pocket“ hat als Redesign nicht mal einen Drittel der Volume des Originals, der GBA SP ist dank seiner Form so kompakt, dass er ohne Probleme in Hosentaschen passen kann. Prinzipiell dürfen Handhelds so klein sein, wie sie nur können – dies zeigt der GBA Micro. Nur die Steuerung und das Bild dürfen nicht durch die geringe Grösse beträchtigt werden.

Der Bildschirm dürfte den Ingenieuren grosse Mühe machen: Einerseits soll die Auflösung des Bildschirms mit jedem Wechsel der Handheldgeneration zunehmen, andererseits nimmt das Bild immer mehr Platz vom Handheld weg. Man vergleiche nur den alten Game Boy mit den modernen Handhelds wie DS oder PSP! Die Pixelgrösse nimmt zwar stetig ab, trotzdem besitzt die PSP mit einer Bildschirmdiagonale von 4.2 Zoll einen viel grösseren Bildschirm als ein Game Boy. Wie gross soll eine Screen sein? Wahrscheinlich hat die PSP die Grenze des Erträglichen schon beinahe erreicht, zwischen 3 bis 4 Zoll dürfte das Optimum liegen. Ein zu kleines Bild zwingt die Spieler, den Handheld sehr nahe zu halten, ein zu grosses Bild hingegen macht einen Handheld unpraktisch. Um trotzdem ein grösseres Bild präsentieren zu können, baut Nintendo statt einen grossen Bildschirm zwei kleinere Screens in den DS ein. Diese Lösung ist so naheliegend, dass zukünftige Handhelds wohl vermehrt darauf zurückgreifen werden.

Mit dem DS Lite hat Nintendo abermals einen Handheld vorgelegt, der fürs Mitnehmen die ideale Grösse hat. Wird Sony dagegenhalten können? Es wäre zu wünschen, dass sie ein Redesign von der PSP macht, das ebenfalls praktischer für unterwegs wäre. Ebenfalls warten die Leute gespannt darauf, ob Nintendo den DS nochmals kleiner und leichter machen kann. Doch für mehrere Probleme müssen die Ingenieure eine Lösung finden: Viel Platz nimmt der Akku weg, andererseits müssen zukünftige Akkus trotzdem mehr leisten können. Die Screens der PSP und des DS müssen kleiner werden, ohne jedoch kleinere Auflösung zu haben. Und insbesondere beim DS dürfen die Screens nicht zu klein werden, weil sie die Steuerung dadurch beeinträchtigen. Zudem brauchen heutzutage die Speichermedien viel Platz. Die UMD der PSP und der GBA-Cartridge des DS beanspruchen ihren Platz. Man darf gespannt sein, wie die Ingenieure diese Probleme lösen werden.