Die meisten Spiele-Serien enden nach einer kurzen Zeit, weil die Serie kein genügend grosses Publikum findet. Doch manche feiern ein Comeback, andere mögen noch folgen.

Was musste die arme Lara Croft nicht alles erdulden: Nach dem ersten vielbeachteten Teil von „Tomb Raider“ folgte bald einen zweiten Teil – wiederum erfolgreich und hochgeachtet. Leider missbrauchten die Produzenten diesen Erfolg, die weiteren Teile wurden ziemlich schnell und wenig inspiriert entwickelt; und die Serie gerät in die Vergessenheit…Bis Lara dank Chefdesigner Toby Gard in „Tomb Raider: Legend“ wieder zur alten Stärke findet!

Videospiele werden oft als Serie veröffentlicht. Selbst die Kultfirma Treasure kann ihre Maxime, keine Teile einer Serie zu entwickeln, nicht länger aufrecht halten und entwickelte zum Beispiel für Konami „Gradius V“. Firmen setzen auf bekannte Spielfiguren, weil sie sichere Verkaufszahlen liefern, während ein völlig neues Spiel in diesem etablierten Geschäft oft nicht einfach haben und floppen können. Die meisten Spielreihen verzeichnen jedoch einen stetigen Abwärtstrend: Nach einem sehr erfolgreichen Teil folgen in der Regel Nachfolgerspiele, die immer wie niedrigere Verkaufszahlen vorweisen, bis dann der Produzent einen Schlussstrich zieht. Die Vorlieben der Spieler, vor allem jene der Gelegenheitsspieler, ändern sich mit der Zeit; viele Spiele können von einem Trend stark profitieren und an Popularität verlieren, wenn das Genre veraltet scheint. Einst beliebte Genres wie Shoot’em Ups und Beat’em Ups ziehen nur noch Vielzocker an, weshalb viele Spielreihen irgendwann nicht mehr fortgesetzt werden.

Nur ganz wenige Franchises bleiben sehr lange auf dem Markt: Nintendos Mario und Zelda, Konamis Castlevania, Capcoms Megaman und Hudsons Bomberman sind Beispiele für langlebige Spieleserien. Viele neue Spieler können sie aber nicht gewinnen, wenn auch Ausnahmen die Regel bestätigen – siehe New Super Mario Bros. Die meisten Spielreihen können nach ihren Erfolgsphasen nur noch kleine Gruppen von Spielern begeistern, viele sterben sogar leise und geraten in Vergessenheit. Manche Serien jedoch kommen nach jahrelanger Absenz wieder auf dem Markt! Die Gründe für eine solche Auferstehung: Die Firmen hoffen darauf, dass die Vielzocker die Serien seit Jahren vermissen und deshalb ein Nachfolgespiel gerne kaufen würden. Andere Firmen glauben daran, eine Nische im Markt zu finden, und nicht selten lassen die Nischen mit alten Serien wieder füllen. Nicht selten feiern gewisse Spielreihen ein Comeback, weil endlich ein talentiertes Entwicklerteam dafür bereitsteht oder die moderne Technik ein veraltetes Spielkonzept zu neuem Glanz führt.

So machte die Metroid-Reihe ab der Super Metroid eine sehr lange Pause, bis Nintendo mit Metroid Prime und Metroid Fusion die Reihe wiederbelebte. Marktwirtschaftliche Überlegungen und für Metroid nicht genügende Technik des N64 hinderten die Reihe wahrscheinlich, vor Prime und Fusion einen Ableger zu haben. Excite Bike 64 hingegen hat bis auf dem Namen wenig mit dem Original-NES-Spiel gemeinsam. Ob die „Reihe“ fortgesetzt wird? Die „Ghosts n Goblins“-Reihe hatte nach dem SNES-Teil lange Zeit keinen Nachfolger mehr. Vielleicht liegt es an der Bevorzugung der 3D-Grafik ab der PSX-Ära. Umso erstaunlicher ist die Tatsache, dass der langerwartete Nachfolger ausgerechnet für die PSP erscheint, die sehr auf die 3D-Grafik setzt. Zwar setzt das Spiel nun auf 3D-Darstellung, aber die Spielweise bleibt traditionnell zweidimensional.

Die Videospielindustrie wird uns weiterhin mit solchen Comebacks überraschen. Doch nur wenige Spielreihen dürfen auf eine grandiose Rückkehr hoffen. Konamis Contra-Reihe zum Beispiel hat heute trotz eines PS2-Auftritts nicht mehr den gleichen Ruf wie früher. Hoffnung gibt es für Vielzocker in Form der Virtual Console und der Xbox Live Arcade: Indem die früheren Hits als Downloadangebot zu haben sind, können längst vergessene Spielreihen wieder mehr Aufmerksamkeit bekommen. Sollten einige Reihen hohe Gewinne durch Downloads erzielen, stünde die Chance für Nachfolgespiele wohl nicht schlecht.