Seit der Einführung der ersten Xbox gelten subventionierten Konsolen als die Norm. Nun aber staunen Zocker aus der ganzen Welt über die Auswirkungen dieser Geschäftspolitik.

Spielkonsolen sind trotz aller multimedialen Schnickschnack zum Spielen da. Die Konsolenhersteller wissen es, aber was sollen sie machen, wenn die Konsole derart teure Komponente benötigt? Sony und Microsoft kennen hier nur eine Lösung: Die Konsole soll am Anfang unter dem Produktionswert verkauft werden; die Hemmschwelle für einen Kauf wird also künstlich niedrig gehalten. Nicht wenige Spieler unterstützen diese Subventionspolitik, denn erhält man nicht dadurch ein besseres Preis-/Leistungsverhältnis? So kostet die 360 über 500$ in der Produktion, wird aber für 400$ bzw. € (in Europa) verkauft; die PS3 hat einen Produktionswert von über 700$ und kostet „nur“ 600$ (in USA und ohne Mehrwertsteuer).

Doch trotz grosszügiger Subvention finden viele Kunden die Konsolen zu teuer, weshalb die 360 selbst mit einem Jahr Vorsprung zunehmend Marktanteile verliert und die PS3 verkaufstechnisch vor sich hindümpelt. Aber warum senken weder Microsoft noch Sony die Preise ihrer Konsolen? Der Grund liegt in der massiven Subvention und im Zwang, in absehbarer Zeit Gewinne machen zu können, um die Aktionäre zu beruhigen. Microsoft hat seit der Xbox-Einführung jedes Jahr massive Verluste gemacht, ab 2008 möchte der Konzern schwarze Zahlen in der Xbox-Sparte schreiben. Sony wiederum kann es sich nicht leisten, dass ihre Computer & Entertainment-Sparte die Gewinne anderer Sparten noch mehr schmälert. Mit anderen Worten: die Subvention bindet die Hände der Hersteller fest, bei geringer Nachfrage zu reagieren. Preissenkung bedeutet in diesem Fall nicht weniger Gewinn, sondern noch mehr Verluste.

Wenig überraschend kommt die neue Xbox 360 Elite, eine 360 mit 120 GB Festplatte und HDMi-Anschluss, mit einem recht hohen Preis daher: 479$ soll sie in den Staaten kosten, Europäer hoffen auf einen niedrigeren Preis. Damit kostet die beste Xbox nun nicht mehr 400$ (nämlich das Premium-Bundle), sondern 479$! Weil Microsoft möglichst bald Gewinne machen will, kann sie sich keinen Preiskampf leisten. Das bedeutet aber auch, dass die 360 noch für lange Zeit eine teure Konsole bleibt und gegen die günstigere Wii-Konsole von Nintendo nicht reagieren kann. Gerüchten zufolge soll Sony vorhaben, eine PS3 mit 80-GB-Festplatte zu liefern. Damit bestätigt Sony die Befürchtung der Spieler, dass sie lange auf einem hohen Preisniveau bleiben will – eine Ohrfeige für all jene naiven Gesellen, die sich rapide Preissenkungen erhoffen.

Gewiss, gelegentliche Preisnachlässe wird es immer geben, so kostet die Xbox 360 in Europa zeitweise und in bestimmten Geschäften gerade noch 299€ (Premium-Version)! Aber Microsoft fürchtet vor einer offiziellen Preissenkung wie der Teufel vor dem Weihwasser, denn zusätzliche, aber temporäre Subventionen lassen sich besser verkraften als eine neue, festgesetzte UVP. Ähnliches gilt für die PS3, die in England bereits eine inoffizielle Preissenkung erfuhr und in Japan zum Teil und für kurze Zeit deutlich unter dem offiziellen Preis verkauft wurde. Möglicherweise sorgen solche Aktionen für kurz gestiegenes Kaufinteresse der Kunden, aber konstante Verkäufe benötigen eine feste Preissenkung! So soll es niemanden verwundern, dass die Wii trotz recht hohen Preises (zumindest in Bezug auf die gebotene Technik) nur so aus den Läden fliegen, während die Konkurrenz die Lager füllen, denn ein Preiskampf findet nicht statt mit einer Konsole für 250 € und zwei Konkurrenten im Bereich zwischen 400 bis 600 €.

Warum bloss haben Microsoft und Sony so exorbitant teure Konsole gebastelt? Aus meiner Sicht haben sie die Relevanz von High-Definition-Auflösung überschätzt. In letzter Zeit fragen sich die Zocker in den Online-Foren, ob Sony mit einer bescheideneren Konsole für 300€ und ohne konsequente Nutzung einer höheren Auflösung mehr Erfolg hätte. Ich würde diese Hypothese bejahen, aber weil Sony mit der PS3 auch noch das Speichermedium Blu-Ray und ihre Bravia-Fernseher fördern will, kann die PS3 nicht in die gleiche Richtung gehen wie Nintendos Wii. Hoffen wir, dass die Konsolenhersteller daraus lernen und die Nachfolgekonsolen nicht so teuer anbieten.