Das berühmte Zelda-Hauptthema kennt wohl so ziemlich jeder Videospiel-Fan, doch nicht jedes Spiel der inzwischen über 20 Jahre alten Reihe verwendet diese Melodie, um den Spieler auf seiner Reise durch die weitläufigen Steppen Hyrules musikalisch zu begleiten. Welche Songs die Abenteuerlust am schnellsten wecken, erfahrt ihr in diesem Artikel…

„The Legend of Zelda“ gehörte seinerzeit zu den ersten non-linearen Adventure-Spielen mit einer riesigen, frei begehbaren Oberwelt und verdiente damals zurecht das Prädikat „episch“. Dem stand die Musikuntermalung natürlich in nichts nach und auch wenn die NES-Cartridge nur einige wenige Melodien (komponiert von Nintendos hauseigenem Maestro Koji Kondo) beherbergte, stach doch vorallem das Hauptthema, welches dem Spieler Stunde um Stunde außerhalb der Dungeons entgegendröhnte und trotzdem selten auf die Nerven ging, durch seine für Videospiele der damaligen Zeit ungewöhnliche Art heraus. Statt einer fröhlichen Melodie á la „Super Mario Bros.“ vermittelte das Zelda-Thema ein Gefühl für die schiere Größe von Links Abenteuer und dem Mysterium namens Hyrule.

Die kommenden Zelda-Spiele versuchten immer wieder aufs Neue, diese Stimmung bei der Wanderung durch die hylianischen Landschaften zu erzeugen; mal durch ein neues Arrangement des Hauptthemas (beispielsweise in „Majora’s Mask“) oder durch neue Kompositionen. Im Folgenden möchte ich meine persönliche Top 5 der besten Oberwelt-Themen der Zelda-Serie aufstellen und da es witzlos wäre, nur über Melodien zu lesen, gibt es am Ende des Artikels (wie auch schon bei „Die Ungehörten“) ein Video mit Hörproben der einzelnen Songs, die ihr entweder nebenher laufen lassen oder nach dem Lesen des Beitrags am Stück genießen könnt. Nun aber genug der Vorrede…

Platz 5: Great Sea (The Legend of Zelda: The Wind Waker) Diese Komposition traf den Nagel dermaßen auf den Kopf, dass man während des Zuhörens anfängt, Wellengeräusche zu hören. Die Oberwelt von The Wind Waker unterschied sich nämlich insofern von seinen Vorgängern, dass es sich dabei nicht um grasige Steppen und Hügellandschaften handelte, sondern ein riesiges Meer. Um dem (meist) ruhigen Wellengang gerecht zu werden, wurde auf den Einsatz von treibenden Trommelnrhytmen (welche z.B. in „Lylat Wars“ für Militär-Flair sorgten und auch für Zelda-Lieder typisch sind) zwar nicht ganz verzichtet, jedoch traten diese eher in den Hintergrund. Bedrohlich klingende Komponenten wurden der Hintergrundmusik eher dann hinzugefügt, wenn sich ein Gegner oder ein Wirbelsturm Links Boot näherten. Das „Great Sea“-Thema schaffte es, den Spieler auf den manchmal etwas eintönigen Seefahrten zur Ruhe zu bringen und gleichzeitig die enorme Größe des Meeres zu vermitteln. Insgesamt besitzt dieser Song jedoch nicht ganz den Ohrwurmcharakter und Wiedererkennungswert der folgenden Melodien, daher nur Platz 5.

Platz 4: Overworld Theme / Tal Tal Heights (The Legend of Zelda: Link’s Awakening) Das für Fans der Serie ab und an geradezu surreal wirkende GameBoy-Spiel besaß ein äußerst passendes Hauptthema, denn wie das Abenteuer selbst wirkte auch der Song zuerst sehr vertraut, bevor er auf eine vollkommen neue Weise verzerrt wurde. Das „Overworld-Theme“ aus Link’s Awakening begann wie die bekannte Zelda-Melodie, verwandelte sich aber nach kurzer Zeit in ein neues, etwas flotteres, peppigeres Arrangement. Besonders augenscheinlich (bzw. „ohrenscheinlich“) wurden die Änderungen, sobald der Protagonist die Tal Tal Erhöhungen betrat und ein noch schnellerer, deutlich veränderter Remix des Themas einsetzte (Immer wenn ich Link’s Awakening spiele und an diesem Gebiet vorbeikomme, lege ich einen kleinen Umweg über das Gebirge ein, nur um auf meinem Weg der Melodie lauschen zu können.). Zusätzlich vermittelte der Remix dem Spieler den Eindruck, dass es sich bei besagtem Gebiet und ein wichtiges handelte und dass man im Laufe des Abenteuers wieder dorthin zurückkehren musste. Und genauso war es auch, schließlich lag dort das Ei des Windfischs, dem eigentlichen Ziel von Links Reise.

Platz 3: Main Theme (The Legend of Zelda: Twilight Princess) Twilight Princess bildete nicht nur aufgrund seines Grafikstils einen Kontrast zum Vorgänger The Wind Waker: Während man im Cel-Shading-Abenteuer über eine recht ungefährliche See segelte, reitete man in Twilight Princess über unebene Steppen voller Feinde, die Bedrohung war stets präsent. Dementsprechend legte das Oberwelt-Thema von Links neuestem Abenteuer viel Wert auf Trommeln und ähnliche Instrumente, welche den Spieler geradezu durch die Landschaft peitschten, auch die Geschwindigkeit des Songs war im Vergleich zu dessen Kollegen beachtlich. Den Großteil der Strecke legte der Spieler auf dem Rücken von Epona zurück, weshalb der Rhythmus des Lieds gallopierend wirkte. Twilight Princess’ „Main Theme“ stach aber leider auch deshalb heraus, weil es dem Spiel ein wenig an hochqualitativen Neukompositionen wie dieser mangelte.

Platz 2: The Dark World (The Legend of Zelda: A Link to the Past) Nachdem Link den bösen Zauberer Aganihm in dem Super Nintendo-Klassiker A Link to the Past besiegt zu haben glaubte, verbannte dieser den grünen Recken in eine groteske Alternativwelt Hyrules. Jeder Spieler, der zu SNES-Zeiten erstmals die Stufen der großen Pyramide hinabstieg, kennt noch das Lied, welches zu diesem Zeitpunkt zum ersten Mal die Ohren verwöhnte. Der Anfang des Songs klang ungewöhnlich für ein Oberwelt-Thema, doch nach einer Weile zeigten sich Ähnlichkeiten zur bekannten Zelda-Melodie (welche in A Link to the Past gleichzeitg als Oberwelt-Song des normalen Hyrules diente), genauso wie die Ähnlichkeiten zwischen der Licht- und Schattenwelt unverkennbar wurden. Im Laufe des Lieds ließen sich immer wieder melancholisch klingende Einschübe erkennen, gefolgt von Passagen, welche Hoffnung aufkommen ließen, dass es für das einst goldene Land noch Hoffnung gab. Nach einigen absolvierten Dungeons wirkte dann auch die dunkle Welt nicht mehr allzu bedrohlich und man freundete sich mit der flotten Melodie an.

Platz 1: Hyrule Field (The Legend of Zelda: Ocarina of Time) Die Oberwelt von Zelda-Spielen wirkte oft gewaltig, doch in keinem Spiel bot sich ein solch überwältigender Anblick wie in Ocarina of Time. Die ersten Spielstunden verbrachte der Spieler in einem kleinen Dorf, abgeschlossen von der Außenwelt, der erste Dungeon war nichts weiter als das Innere eines Baumes. Irgendwann jedoch wurde es Zeit, das kleine Nest im Wald zu verlassen und sich der großen weiten Welt zu stellen. Und wie groß und weit sie war! Vor Link erstreckte sich eine riesige Steppe, erstmals in 3D, welche das Vorbild für alle Oberwelten der kommenden Zelda-Spiele und sogar Action-Adventures allgemein darstellen sollte. Sofort setzte dann auch schon das neue Oberwelt-Thema wie ein Paukenschlag ein, wobei dieses dem Spieler genauso unbekannt war, wie das riesige und noch unerkundete Hyrule. Während der Spieler über die Landschaft blickte und am Horizont rauchende Vulkane und weite Wüsten erkennen konnte, schlichen sich immer wieder neue Motive in die Hintergrundmusik ein, welche klarmachten: „Du magst jetzt schon überwältigt sein, aber du hast noch gar nichts gesehen!“ Ocarina of Time ist eines der wenigen Zelda-Games, die nicht das berühmte Hauptthema beinhalten; doch was es stattdessen an Musikuntermalung bietet, sucht Seinesgleichen. „Hyrule Field“ ist dabei nur eines von unzähligen unvergesslichen Liedern.

Wer nun in musikalischer Stimmung ist, sollte schnell zur Kommentarfunktion tänzeln. Nennt mir und den anderen Lesern eure persönliche Top 5 und lasst Erinnerungen wach werden!