Während Nintendo of America Rollenspiel-Fans im Stich lässt, zeigt Nintendo of Europe keine Hemmungen, „Xenoblade Chronicles“ in Europa zu veröffentlichen und sogar eine Limited Edition rauszubringen. Ein Aufruf, die lobenswerte Politik von NoE zu unterstützen!

Seit einigen Jahren kann Nintendo die Firma Monolith Soft zu ihren exklusiven Softwareschmieden zählen. Ein Glücksfall für die Fans, dachte man damals, denn Monolith Soft machte sich einen Namen für innovative Rollenspiele, womit sie eine Lücke in Nintendos Spiele-Portfolio füllen. Aber was nützen die besten Spiele, wenn sie nicht in hiesigen Gefilden erscheinen? Vergebens warteten westliche Spielerinnen und Spieler auf „Soma Bringer“, ein Action-RPG für den DS. Als Nintendo im Jahr 2009 „Monado“ auf der E3 vorstellte, konnten die Fans leise Hoffnung schöpfen, endlich wieder ein herausragendes Monolith-Spiel in die Hände zu bekommen. Zuerst als Xenoblade in Japan erschienen, erfüllte es tatsächlich die hohen Erwartungen der Spielgemeinde. Die Hoffnung jedoch, das Spiel kaufen zu können, ist bis heute in den USA nicht aufgegangen. Stur verweigert Nintendo of America, Xenoblade auf den Markt zu bringen. Selbst der wütende Versuch der amerikanischen Fans, mittels massiver Anzahl an Vorbestellungen die Wunschlisten der großen Online-Vertriebe zu manipulieren und somit ein Signal an NoA zu senden, brachte kein Umdenken hevor.

Und wie sieht es in Europa aus? Nintendo of Europe, früher als wenig bedeutsam und langsam belächelt, werkelt seelenruhig an der Übersetzung und Veröffentlichung des Spiels, das hierzulande als Xenoblade Chronicles verkauft wird. Bedenkt man, dass NoA überhaupt kein Interesse an dem Spiel zeigt, schätzen die Fans den Einsatz von NoE umso höher ein. Mit Sinn für Fanservice bringt NoE sogar eine Limited Edition mit einem zusätzlichen roten Classic Controller Pro heraus! Die Resonanz der Spielerinnen und Spieler ist deutlich, die limitierte Version nimmt vor allem in Frankreich und in Großbritannien Spitzenplätze ein, was die Online-Bestellungen betrifft.

„Der kommerzielle Erfolg muss kommen“, hoffen viele Fans. Der Mut von NoE muss belohnt werden, damit auch zukünftig japanische Rollenspiele hierzulande auf dem Markt erscheinen dürfen. Tatsächlich schrumpfte die Zahl der Rollenspiele für Heimkonsolen dramatisch verglichen mit der letzten Generation, und nur gute Verkaufszahlen können die Spielproduzenten überzeugen, weiterhin solche Spiele zu entwickeln. Trotz Regionalcode wollen deshalb viele amerikanische Spielerinnen und Spieler Xenoblade Chronicles importieren, um auf diese Weise die Politik von NoE zu unterstützen. Dafür nehmen sie auch in Kauf, dass Spiele in der EU deutlich teurer sind als in den USA und die Wii erst einmal modifiziert werden muss, bevor ein PAL-Spiel auch auf einem amerikanischen Gerät laufen kann.

Auch ich vertrete die Meinung, dass sich Fans das Spiel nicht entgehen lassen sollten. Leider habe ich das Spiel bisher noch nicht gespielt: Zum Zeitpunkt des Verfassens dieser Kolumne ist das Paket noch nicht in meinem Briefkasten gelandet. Doch selbst wenn ich das Spiel bereits hätte, könnte ich erst viel später meine Eindrücke dazu wiedergeben - zu umfangreich ist das Spiel. Angeblich verbringen die Spielerinnen und Spieler über 90 Stunden mit Xenoblade, einer riesigen Anzahl an Sidequests sei Dank. Verpasst also dieses Spiel nicht und belohnt euch selbst mit einem roten Classic Controller Pro!