Manchmal ist warten besser als bei erstbester Gelegenheit zugreifen: Über die Vorzüge der jetzigen Fernseher und das HD-Gaming in der nächsten Konsolengeneration.

Das Spielen in HD-Bildqualität war ein großer Techniksprung im Jahr 2005, aber auch sehr teuer. Nicht nur kosteten die Xbox 360 und PS3 (die ein Jahr später kam) mehr als die Konsolen zuvor, die Gamer mussten sich auch noch einen entsprechenden Fernseher zulegen, wenn sie die Technik der neuen Konsolen ausnutzen wollten. Ausgereift konnte man die Technik nicht nennen: Der Bildaufbau war im Gegensatz zum Röhrenfernseher zögernd, LCD-Fernseher blamierten sich mit schwachen Farben und hellem Schwarz, und Plasma bedeutete kurze Lebenszeit und eingebrannte Bilder. Die Konsolen konnten noch so mit ihrer Technik protzen, das Endresultat auf dem Bildschirm überzeugte nur in wenigen Haushalten – zumal viele Gamer immer noch auf der Standardauflösung spielten und so die eigentliche Stärke der Konsolen ignorierten.

Danach wurden die Fernseher jedoch besser und vor allem günstiger! Mit Leichtigkeit finden Konsumenten nun große Bildschirme für weniger als 1.000 €, die zudem noch mehr Funktionen als frühere Geräte bieten und oft Internettauglichkeit vorweisen können. Leuchtstoffröhren ade: Als Lichtquelle für LCD-Fernseher setzen die Herstellen vermehrt LED ein, was nicht nur weniger Strom verbraucht, sondern auch die Lebensdauer und den Kontrast erhöht. Außerdem haben moderne Fernseher weniger Volumen und weniger Gewicht, weil die Konsumenten sehr flache Bildschirme bevorzugen. Wegen der Auflösung muss sich übrigens niemand mehr den Kopf zerbrechen, denn Full-HD (1920x1080 Bildpunkten, progressiv) hat sich längst durchgesetzt. Wer also wie ich bisher auf den Kauf eines HD-Fernsehers verzichtet hat, der kann sich jetzt für wenig Geld einen guten und großen Fernseher besorgen, d.h. gerade rechtzeitig für die nächste Konsolengeneration, die im Winter mit der Wii U beginnen wird.

Alles bestens? Leider nein, denn der große Preisdruck im Fernsehmarkt führt dazu, dass die Hersteller mehr auf günstige Angebote statt auf Qualität setzen. Spielerinnnen und Spieler, die vor allem hohe Reaktionszeiten beim Bildaufbau wollen, müssen nach wie vor viel Nachforschung betreiben, um einen geeigneten Fernseher zu finden. Nicht wenige Technik-Enthusiasten beklagen den Rückzug der Plasma-Bildschirme, weil diese bessere Resultate in Videospielen liefern, aber gegenüber LED-Fernseher massiv an Popularität verlieren. Und wie groß soll der Fernseher sein? Wer Qualität will, muss sich mit Fernsehern ab 40 Zoll herumschlagen, denn erst ab dieser Kategorie bemühen sich die Hersteller um Bildqualität und setzen modernste Techniken ein. Aber wenn man keinen Platz für einen 50- oder gar 55-Zoll-Fernseher hat? Dann muss man unter der Masse von Billigangeboten den geeigneten Fernseher ausfindig machen.

Ein Glück, dass die Fernseher-Industrie nicht stillsteht! Wer mit den jetzigen Fernsehern nichts anfangen kann, darf auf die nächste Generation hoffen: Prototypen mit OLED-Technik überzeugen, sind aber noch zu teuer; Sony setzt hingegen auf die Crystal-LED-Technik, die viel mehr Kontrast und höhere Reaktionsgeschwindigkeit vorweist als die marktüblichen LED-Fernseher. Zu Schade, dass sie noch Zeit bis zur Marktreife brauchen. Für die Wii U werde ich deshalb wohl auf einem LED-Fernseher zurückgreifen, und hoffentlich hält dieser auch eine ganze Konsolengeneration aus, wenn nicht sogar zwei.