Ein weiteres Mal stellen wir an dieser Stelle einige der herausragenden Musikstücke, welche wir in unregelmäßigen Abständen auf der Facebook-Seite von Retro V posten, näher vor. Den Anfang macht diesmal eine Komposition aus der vor kurzem mit Erfolg weitergeführten Donkey Kong Country-Reihe…


Donkey Kong Country Returns: „Fear Factory (Music Madness Mix)“

David Wises Stück „Fear Factory“ aus dem ersten Donkey Kong Country-Teil fürs SNES ist bei Fans seit jeher für die bedrohliche und gleichzeitig beruhigende Atmosphäre bekannt und beliebt, welches es erzeugt. Der dunkle Industrie-Sound gepaart mit treibenden Urwald-Anklängen wurde in dem Wii-Ableger der Serie dann auch gleich mehrmals neu umgesetzt; hier in Form des „Music Madness Mix“. Dieser Track erklingt in einem der ungewöhnlichsten und denkwürdigsten Levels des Spiels, in welchem die Fabrikmaschinerie zum Takt der Musik agiert und ein frühzeitiges Ableben des namensgebenden Affen nur mit dem richtigen Gefühl für Rhythmus verhindert werden kann. Doch auch abgelöst von der Level-Thematik kann dieser Song auf ganzer Linie überzeugen!


Fire Emblem: Radiant Dawn: „Eternal Bond“

Fire Emblem: Radiant Dawn, erschienen für die Wii, ist der bisher komplexeste Ableger der Reihe und erzählt eine weitläufige, epische Geschichte, in welcher die Söldnertruppe um Ike die Hauptrolle spielt. „Eternal Bond“, auch als „Ike’s Theme“ bekannt, untermalt viele der grandiosen Schlachten, welche die Truppen unter seinem Kommando schlagen müssen. Das Stück zeigt sich dabei nicht nur pompös, sondern schlägt auch klagende Töne an, denn die Grenzen zwischen Freund und Feind sind in diesem Spiel fließend, weshalb man auch manchmal gegen jene kämpfen muss, gegen die man die Waffe nie zu erheben erhoffte. Ein großartiges Musikstück, welches die Gesamtatmosphäre dieses hervorragenden Strategiespiels bestens einfängt.


Muramasa: The Demon Blade: „Dusky“

Muramasa überzeugt nicht nur durch seine malerische 2D-Grafik, auch auf akustischer Seite verwöhnt eine Mischung aus modernen und klassischen japanischen Instrumenten die Ohren des Spielers. Leider besteht das Spiel zu einem großen Teil daraus, vom linken Bildschirmende zum rechten zu laufen, doch wenn ein Track wie dieser das Gerenne untermalt und dabei die Ähren der sich bis zum Horizont erstreckenden Getreidefelder, vom Sonnenuntergang in tiefes Rot getaucht, im Wind wiegen, dann ist das mehr als verschmerzbar.


The Legend of Zelda: Ocarina of Time: „Forest Temple“

Das Paradebeispiel für Hintergrundmusik, welche die gesamte Atmosphäre eines Schauplatzes auf eigenen Schultern zu tragen vermag. Bei dieser gespenstischen Untermalung des Waldtempels in Links erstem 3D-Abenteuer verschmelzen Musik und Soundeffekte zu einer Komposition, die den Spieler packt und nicht mehr loslässt, bis er den von Geistern und Monstern aller Art heimgesuchten Dungeon endlich hinter sich gelassen hat. Dabei ist es die subtile Art, in welcher das Musikstück (wie auch der Dungeon selbst) seine bedrohliche, gruselige Atmosphäre aufbaut, die so bemerkenswert ist. Nicht ohne Grund bezeichnen Fans den Waldtempel oft als furchteinflößender als den wesentlich offensichtlicher auf Gruselfaktor ausgelegten Schattentempel. Hier hat Konji Kondo mal wieder ganze Arbeit geleistet.


Dragon Quest VIII: „Strange World“

Hierbei handelt es sich um meine persönliche Lieblingskomposition von Koichi Sugiyama. Diese wunderschöne Melodie erklingt, während der Spieler mit seinen Gefährten die riesige, detailverliebte Oberwelt von Dragon Quest VIII erkundet. In diesem Fall ist es sogar die Orchester-Version des Lieds, welche nur in der westlichen Version des Spiels zu hören ist. Mich hat es schon immer ein wenig an das Titelthema des Studio Ghibli-Films „Nausicaä aus dem Tal der Winde“ erinnert, ein ebenso zum hinschmelzen schönes Werk, dessen Einsatz von Streichinstrumenten das Herz eines jeden Musikliebhabers erweicht. Ja, dieses ungemein beruhigende und idyllische Musikstück hat es verdient, auf eine Stufe mit Joe Hisaishis Werken gesetzt zu werden, sucht es doch in der Welt der Videospiele seinesgleichen.


Dustforce: „9-Bit Expedition“

Und nun zu etwas völlig anderem. Dustforce ist ein Indie-Game aus dem Hause Hitbox Team und überzeugt durch seine eingängige Steuerung, sein simples, aber stilvolles Äußeres und nicht zuletzt die gleichzeitig treibende wie entspannende Musik, die den Spieler gleichsam in einen Zustand der Trance versetzt, während er neuen Bestzeiten hinterjagt. „9-Bit Expedition“ stellt dabei eher eines der flotteren Lieder dar und untermalt das gelungene Tutorial-Level des Spiels, das in schicker Vector-Optik daherkommt. Hier lernt der Spieler erstmals, Laub, Staub und Dreck so effizient wie möglich aufzukehren und dabei all die akrobatischen Manöver im Reportoire der Ninja-Hausmeister einzusetzen. Wie der Name des Songs bereits vermuten lässt, setzt sich das Stück aus klassischen Retro-Klängen sowie modernen Elementen zusammen und die Mischung ist Terence Lee, von dem der komplette Soundtrack stammt, wirklich gelungen. Wer nach einem unverbrauchten Spielprinzip mit forderndem Schwierigkeitsgrad sucht, sollte Dustforce so schnell wie möglich eine Chance geben!